Ein Blick hinter die Kulissen


Auf dieser Seite möchte ich gern erläutern, warum Euer Racket bei Heiko's RacketService in guten Händen ist.


Ich verfüge über eine gewerblich technische Ausbildung, jahrelange praktische Erfahrung und bin für alles zu begeistern, was mit handwerklichen Arbeiten zu tun hat. Badminton spiele ich seit 1994 bei der BTS Neustadt in Bremen, nehme seither zwischen Kreisklasse und Bezirksliga und ersatzweise auch höher am Punktspielbetrieb im BBV teil und bin auf einigen Turnieren in Bremen und Niedersachsen als Spieler oder Besaiter anzutreffen.
Die Grundlage für ein bestmögliches Besaitungsergebnis ist neben der eigenen Erfahrung als Spieler und Besaiter die minimale Belastung des Rahmens mittels einer soliden und verlässlichen Mechanik. Zum Einsatz kommt bei mir eine Maschine der Firma GAMMA vom Typ X-ELS - ein Gerät mit massivem Aufbau und elektronisch geregeltem Zugsystem.




Da ich ausschließlich Badminton-Rackets besaite, habe ich den Spannkorb zusätzlich mit einem vom Hersteller speziell für die Belange von Badminton-Rackets konzipierten Befestigungssystem ausgestattet. Aufgebaut ist das System aus zwei großflächigen Spannflächen und vier äußeren Druckpunkten. Dieses System stellt sicher, dass das Racket während der gesamten Besaitung mechanisch stressfrei bei geringst möglicher Verformung exakt in seiner Position bleibt.




Eine herkömmliche innere Aufnahme an zwei Punkten, welche für den Tennisbereich konzipiert ist, stellt für Badmintonrackets nur einen Kompromiss dar. Hintergrund ist, dass Letztere im Vergleich zu Tennisrackets von Natur aus wesentlich verformungsfreudiger sind und dementsprechend einer anderen Behandlung bedürfen. Die durch diese Zugspannung unweigerliche Längung des Rahmens führt, noch verstärkt durch die Druckbelastung der Außenbacken zu einer verformten Anfangsgeometrie. Die Folge ist eine Zurückstauchung des Rahmens bei der Entnahme nach Vollendung der Besaitung und damit einem verbundenen Spannungsverlust. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass bei manchen Maschinen gar mit nur vier- oder sogar zwei-Punkt-Aufnahmen versucht wird den Schläger zu fixieren…



Zu einer vernünftigen Racketaufnahme gehören auch solide, stationäre Spannzangen. Diese sind bei der X-ELS optimal geführt und halten die Saite durch ihre diamantstaubbeschichteten und justierbaren Klemmbacken sicher, aber ohne sie dabei nachhaltig zu verformen oder gar zu beschädigen. Letzteres hat auch wiederum entscheidenden Einfluss auf die Haltbarkeit der Besaitung.




Die Zugspannung wird erzeugt, nicht zuletzt um homogene und reproduzierbare Ergebnisse zu bekommen, von einem elektronisch kraftgeregelten Antrieb, der einen Arbeitsbereich von 5-40kg aufweist. Dabei sorgt eine kurzzeitige überdehnung der Saite zu Beginn des Spannvorgangs für die Kompensation von Reibungsverlusten ‚um die Ecke’ bis zur Spannzange während des Zugs. Die natürliche Nachdehnung der Saite wird anschließend durch eine permanent aktive Regelung bis zum Klammern ständig auf dem Soll-Zug gehalten (Constant-Pull-System). Wer also 9,7kg Zugspannung bestellt, kann folglich sicher sein, dass er sie auch bekommt.




Eine Knotenfunktion kompensiert abschließend durch eine einmalige dosierte überspannung der letzten Saite den unvermeidlichen Zugverlust beim Abknoten. Wie bei den stationären Zangen arbeitet auch im Spannsystem ein saitenschonender, diamantstaubbeschichteter Greifer.


Die Arbeitsinhalte:

Nach dem Entfernen der schadhaften Besaitung (sofern noch vorhanden) werden anschließend alle ösen mit Hilfe eines Vergrößerungsglas sorgfältig auf Beschädigungen geprüft und im Schadensfall fachgerecht ausgetauscht. Hierfür stehen, neben den normalen Einzelösen in unterschiedlichen Durchmessern und Längen, auch die häufig in Herznähe eingesetzten Doppelösen zur Verfügung. Nicht getauschte, defekte ösen stellen für die neue Besaitung eine potentielle Fehlerquelle dar, weil sie nicht mehr den mechanischen Schutz zur Bohrung gewährleisten.

Nach der ösenkontrolle wird der Rahmen verformungsfrei und stabil eingespannt. Bei der Besaitung wird größter Wert auf knick und verdrehfreies sowie reibungsarmes Ziehen der Saiten gelegt (spätere potentielle Riss-Stellen). Das separate Spannen der einzelnen Lagen ist während der gesamten Besaitung selbstverständlich. Abgeschlossen wird die Arbeit durch eine (relative) Messung der tatsächlich vorhandenen Härte der Bespannung, wodurch mit späteren Vergleichsmessungen eine Aussage über zwischenzeitliche Verluste möglich wird.




Alles in allem also nicht die schlechtesten Voraussetzungen für eine gelungene Besaitung. Sollte sie dennoch einmal nicht den Erwartungen entsprechen, stehe ich für eine Klärung gern zur Verfügung.